Tag 8 – Inverness nach Edinburgh (Zugfahrt)

Nachdem ich morgens meine Packtaschen bereits “flugfertig” bepackt hatte, also alle Messer etc. in die Taschen, die als Gepäck aufgegeben werden und das, was ich im Tagesverlauf noch brauchte, ins Handgepäck, schlenderte ich noch etwas durch Inverness. Dort mußte ich mir auf jeden Fall noch Verpackungsmaterial für das Fahrrad während des Fluges besorgen, die Noppenfolie war nach dem Hinflug zerstört worden, weil das Duct Tape zu sehr klebte… ;-) In einem Ein-Pfund-Shop (Mmh, ist ja eigentlich alle teuerer als in unseren Ein-Euro-Läden) wurde ich zu meinem Erstaunen schnell fündig, ich nahm zwei Rollen Noppenfolie und einmal Frischhaltefolie (zum Einwickeln) mit. Den Rest hatte ich bei der Ankunft gut verschnürt in einem Gebüsch in der Nähe des Flughafens deponiert, wo es auch hoffentlich noch liegt.
Nachdem es dann Zeit wurde, die Taschen und das Rad aus dem Hostel zu holen, fuhr ich zum Bahnhof und suchte mein Gleis auf. Das ganze Gleis war mit Flatterband abgesperrt, weil der Zug noch sauber gemacht wurde. WItzigerweise bildete sich an dem Flatterband bald eine Schlange, in der alle brav hintereinander auf Einlaß warteten… Die spinnen, die Briten! ;-)

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Warten auf Einlaß

Im Vorfeld hatte ich mich erkundigt, unter welchen Konditionen das Fahrrad mitgenommen wurde, es sollte nichts kosten, man müsse nur telefonisch reservieren. Dabei wurde mir dann ein Reference-Code genannt, den ich unbedingt angeben müsse.
An der Stelle, wo das Flatterband war, stellte sich wenig später eine Mitarbeiterin von ScotRail auf, um uns Einlaß zu gewähren und die Fahrkarten zu kontrollieren. Ich frage, wo das Fahrradabteil sein, worauf sie mich an den Anfang des Zuges schickte. Reference-Code interessierte sie gar nicht. In dem beschrieben Abteil angekommen, bestand das “Fahrrad-Abteil” aus einem u-förmig gebogenen, horziontal aufgehängtem Rohr, was zumindest noch gepolstert war. Hier paßten maximal drei Räder drauf, mit meiner Beladung eher weniger. Und das soll für den ganzen Zug reichen? Kein Wunder, daß die anderen Verbindungen bereits mit Rädern voll belegt waren. Jedenfalls wurde auch hier kein Reference-Code verlangt.

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Das “Fahrradabteil” (Emergency-Button ist vom Lenker verdeckt)

Die Zugfahrt war unspektakulär, außer daß wie in einer Art “schnellem Rücklauf” die Gegend mir nochmal rückwärts präsentiert wurde. Jetzt allerdings mit deutlich besserem Wetter, als auf der Hinfahrt. Währenddessen hörte ich “The Bery Best of John Rutter” – in diese Landschaft paßte die Musik perfekt, fast wie die Begleitmusik aus einer Naturdoku.
Nach gut zwei Dritteln der Strecke – es hatte ein Mountainbiker sein Rad an meins gelehnt, es aber nicht genug befestigt – drohten in einer Kurve die Fahrräder, umzukippen. Ich konnte sie gerade noch abfangen und befestigte das Mountain-Bike mit einem Spannhaken an dem Halterohr. Kurze Zeit später kam plötzlich ein Zugbegleiter angespurtet und steckte einen Schlüssel in einen roten “Emergency Button” an der Fahrrad-Halterund und sah den Mountainbiker und mich vorwurfull an, wer denn den Button gepushed hätte? Das sei ein Notknopf, davon würde der ganze Zug anhalten. Und richtig, wo er es sagte, bemerkte ich auch, daß der Zug gerade eine ziemlich scharfe Bremsung machte. Wir überzeugten den Herrn davon, daß kein Notfall vorläge und daß die Räder umgekippt seine. Da muß bei der Aktion wohl jemand an den Knopf gekommen sein. *flöt* Noch bevor der Zug zum Stehen kam, gab der Schaffner über Funk Entwarnung und wir nahmen wieder Fahrt auf.

In Edinburgh angekommen (08:30 p.m. BST), versuchte ich, vielleicht doch noch ein Hostelzimmer zu ergattern, aber nach fünf Anrufen bei den Hostels in der Umgebung ohne freies Bett gab ich letztendlich auf und fuhr Richtung Flughafen aus der Stadt hinaus. Die Strecke war nur mäßig attraktiv. Immerhin war innerstädtisch die “Bus Lane” offziell für Radfahrer freigegeben, so daß ich zumindest Platz auf meiner Spur hatte. Außerhalb der Stadt konnte man nur auf einem schmalen Weg neben der eigentlichen vielbefahrenen Straße fahren. Am Flughafen angekommen, fand ich meine Tüte mit Verpackungsmaterial wieder so vor, wie ich sie hinterlassen hatte. Im Flughafen-Gebäude suchte ich – nach Tips aus dem Internet – den Sitzbereich des Restaurants “Eat” gegenüber dem Cafe Nero im erstetn Stoch auf, hier fand ich gepolsterte Eckbänke vor, die noch am ehesten ein bißchen Schlaf ermöglichten. Nachdem das Personal aus einer benachbarten Bar fertig sauber gemacht hatte, war der ganze Bereich auch menschenleer. Außerdem lag er im Sichtbereich von zwei Überwachungskameras und unter den Sitzen waren funktionierende Steckdosen, um das Smartphone zu laden (damit ich diese Blog schreiben kann).

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Das Nachtlager

Kategorien:Tourbericht

Tag 8 in Zahlen

Datum: 27.05.2011
Tages-KM: 12,5
Gesamt-KM: 372
Fahrtzeit: 0:48
Geschwindigkeit (Tagesdurchschnitt): 15,4 km/h
Aufstieg: 56 m
Wetter: Sonnig, ab mittag bedeckt, zeitweise leichter Nieselregen, um 13 Grad.

Kategorien:Tourstatistik

Tag 7 – Inverness nach Drumnadrochit/Urqhart Castle

Heute hatte ich einen Besuch im Loch Ness Visitor Centre geplant, vor zwei Jahren war ich bereits kurz dort gewesen, daher bot es sich jetzt als Tagestour an. Da ich die vielbefahrende A82, die direkt am Seeufer vorbeiführt, zumindest auf der Hinfahrt meiden wollte, erkundigte ich mich im Vorfeld nach einer Alternative. Der Great Glen Way, eine Wanderroute von Fort William nach Inverness, soll nach Angaben auf offiziellen Homepages den Great Glen Cycle Route abgelöst haben, weil er auch mit Fahrrad befahrbar sei. Retrospektiv sollten diese aber zumindest gute Trekkingradqualitäten, besser noch Mountainbikes sein. Ein bepacktes Reiserad auf gar keine Fall.
Mit nur dem nötigesten Gepäck (Wasser, Kekse, Regenausrüstung) fuhr ich vom Stadtzentrum den River Ness flußaufwärts, bis die Straße nach einer Kurve die A82 kreuzte. Jetzt fuhr ich über eine Dreh(?)brücke über den Caledonian Channel, unmittelbar danach war der Great Glen Way schon ausgeschildert (unbedingt das Symbol merken!). Es ging zunächst über eine kleinen Wirtschaftsweg 500m von der Straße weg, dann hätte ich einen Abzweig fast übersehen, weil nur ein ganz kleines Schild darauf hin wies. Ich mußte einige Stufen hinunter, dann ging es über einen Trampelpfad an einem kleinen Goldplatz vorbei, auf dem bei dem Wetter sogar einige Leute spielten. Hinter dem Golfplatz ging es links (habe suchen müssen, kein Schild gefunden) und dann unter einer Straße hindurch. Im weiteren Verlauf wurde der Weg für einen “für Räder geeigneten Weg” etwas merkwürdig, die Schilder wiesen mich zweimal quer über eine Wiese (die zum Glück frisch gemäht war) zwischen den Häusern hindurch. Am Berghang folgte ein unbefestigter Trampelpfad, den man in Radfahrerkreisen eher als “Single Track” klassifizieren würde, zunächst relativ steil bergan. Nach einer kleinen Ansammlung mit industriellen Häusern schwenkte der Weg wieder als Single Track in den Wald ab. Auch wenn hier deutliche Zweifel an der Fahrradtauglichkeit aufkamen, die später folgende Aussicht haben einen im Nachhinein für die Strapaze entschädigt. “Oben” angekommen fand ich eine Bank, die zur Erholung einlud. Mitten in strömendem Regen hatte man trotzdem noch einen wunderbaren Blick auf Inverness, bei Sonne wäre er bestimmt noch viel eindrucksvoller. Von hier aus führte der Great Glen Way weiter durch dichten Wald ohne nennenswerte Steigungen. Weit und breit keine nicht-natürlichen Geräusche zu hören und ein wundervoller Wald-Duft. Später öffnete sich der Wald zugunsten einer mehr heide-artigen Bewachsung, man hatte nach links einen guten Blick in das Tal, an dessen Hang der Weg entlang führt. Loch Ness lag hinter der nächsten Bergkette. Wenig später stieß der Weg auf eine asphaltierte Straße, auf der ich den Ort Abriachan erreichte, von wo aus die Straße in steiler Abfahrt mit tollen Aussichten auf Loch Ness auf die A82 führte. Eigentlich sollte ich wohl noch weiter über die Berge fahren, aber irgendwie habe ich keine Beschilderung des Great Glen Way mehr gesehen. Ich fuhr also die restlichen 6 km entlang des Seeufers, wobei der Verkehr allerdings zeitweise unangenehm war. Unterwegs mehrere sehr schöne Blicke auf Loch Ness und Urquart Castle. In Drumnadrochit angekommen, konnte ich mich in dem Cafe bei einer Tasse Tee und einem phantastischen Stück Kuchen wieder aufwärmen und (an)trocknen. Die Schotten verstehen sich wirklich auf die Konditorei, den Ruf habe ich bisher gar nicht wahrgenommen. Nach Besichtigung des Visitor Centres und des obligatorischen Gift-Shops fuhr ich die A82 wieder zurück nach Inverness

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Inverness Castle

Kategorien:Tourbericht

Tag 7 in Zahlen

Datum: 26.05.2011
Tages-KM: 57,5
Gesamt-KM: 359
Fahrtzeit: 3:59
Geschwindigkeit (Tagesdurchschnitt): 14,4 km/h
Aufstieg: 506 m
Wetter: Bedeckt, leichter bis stärkerer Dauerregen, 11 Grad

Kategorien:Tourstatistik

Tag 6 – Inverness

Die Pläne sind konkret geworden, heute werde ich mir Inverness ansehen, da die Geschäfte schon um 5 p.m. alle dicht machen, hatte ich das beim letzten Besuch hier vor zwei Jahren nie geschafft, wenn man Tageswanderungen macht, ist man immer erst zurück, wenn alles schon dicht ist.
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Scottish Breakfast “mit alles” :-)

Für Morgen habe ich ein Tour in das Great Glen nach Loch Ness gedacht.
Zumindest aktuell ist in den Vorhersagen noch keine durchgreifende Wetterbesserung in den Highlands in Sicht, dazu bereitet der Muskelfaserriß im rechten Oberschenkel doch mehr Probleme, als zunächst erwartet (und der soll doch lege artis geschont werden). Von daher habe ich mich entschlossen, die Reise schweren Herzens früher zu beenden und habe für Samstag einen Rückflug gebucht.

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Im Einkaufszentrum wird eine besondere Form der Pediküre angeboten.

Kategorien:Tourbericht

Tag 6 in Zahlen

Datum: 25.05.2011
Tages-KM: 0
Gesamt-KM: 301
Fahrtzeit: 0
Geschwindigkeit (Tagesdurchschnitt): 0 km/h
Aufstieg: 0 m
Wetter: Bedeckt, häufige leichte Regenschauer, in der Stadt wenig Wind. 12 Grad

Kategorien:Tourstatistik

Tag 5 in Zahlen

Datum: 24.05.2011
Tages-KM: 67,0
Gesamt-KM: 301
Fahrtzeit: 5:29
Geschwindigkeit (Tagesdurchschnitt): 12,2 km/h
Aufstieg: 738m
Wetter: Deutlich besser als am Vortag mit vielen sonnigen Abschnitten. Häufige heftige Schauer von 10-15 Minuten Dauer (auch mit Graupeln), Temp. 8 (bei Regen) bis 12 Grad

Kategorien:Tourstatistik
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